Offenbar ist f(0)=0 (wegen f(x) = f(x+0) = f(x)+f(0)) und f(-x)=-f(x) (wegen 0 = f(0) = f(x-x) = f(x)+f(-x)).
Auf ℚ ist die Funktion linear.
Wäre Stetigkeit gefordert, würden Cauchyfolgen die Funktion dazu zwingen, auf ganz ℝ linear zu sein.
Ich bin mit der alten Ausführung nicht zufrieden, daher hier die neue:
Zur Erinnerung: ℚ(π) := Spanℚ {1, π}.
f*: ℚ(π)→ℝ (eigentlich ℚ(π)→ℚ·m) ist durch die Bilder f*(1)=m (m∈ℝ, sinnvollerweise m≠0) und f*(π)=0 als lineare Abbildung über ℚ gegeben.
Da ℚ(π)⊂ℝ Untervektorraum ist, lässt sich {1, π} zu einer Basis von ℝ ergänzen, die Bilder der weiteren Basisvektoren seien alle 0, die entstehende Abbildung f: ℝ→ℝ ist ebenfalls linear (und insbesondere homogen) über ℚ.
f(a·x) für a=π, x=1f(π·1) = f(π) = 0 ≠ π·m = π·f(1)
Eine Frage, die bleibt, ist, ob es legitim ist, eine lineare Abbildung zu definieren (durch die Bilder der Basisvektoren) und dann zu zeigen, dass sie es doch nicht ist..
π wird nur deshalb schon am Anfang erwähnt (und nicht erst zusammen mit den restlichen Basisvektoren abgehandelt), um zu verhindern, dass π Linearkombination mit rationalem Anteil ist; denn dann wäre f(π)≠f*(π) (zwar auch ungleich π·f(1), jedoch nicht so leicht zu berechnen).
Bei der Betrachtung von ℝ als Vektorraum über ℚ fällt auf, dass die Multiplikation (wegen fehlender Körpereigenschaften) deutlich verzwickter (eine abgefahrene Abbildung zwischen den Basisvektoren) ist – das ist ein bisschen wie mit den ungleichen Zwillingen ℝ² und ℂ.
ℚ+a := { x∈ℝ | ∃q∈ℚ: x=q+a }, analog zu ℚ·a := { x∈ℝ | ∃q∈ℚ: x=q·a }.
ℝ ist unendlicher Vektorraum über ℚ mit der Basis B und genau einem rationalen Basiselement, o.B.d.A. sei dies 1 und erstes Basiselement. Nun lässt sich die Funktion f als Funktionentupel fb: ℚ→ℝ auffassen, mit b∈B.
(Jede Funktion fb landet in ℝ, um irrationale Steigungen anschaulicher zuzulassen; f(x) ist dann Summe über alle fb(x) – so bleibt die Additivität gewährleistet.)
Wie bereits festgestellt, ist f|ℚ linear, also gilt f|ℚ(q) = f(q·1) = f1(q) = m·q mit q∈ℚ beliebig, Steigung m∈ℝ gegeben, sinnvollerweise m≠0.
f soll nicht überall linear sein, also muss es ein x0∈ℝ mit f(x0)≠m·x0 geben.
Wegen der Definition als Funktionstupel sind die Bilder von ℚ+v ebenfalls bestimmt: f(q·1+v) = f(q·1)+f(v) = m·q+f(v).
Außerdem werden die Bilder von ℚ·v durch f(v) festgelegt: f(q·v) = q·f(v).
Alle weiteren analog.
Mit q∈ℚ gilt: f(q·x) = q·f(x), weil jede Komponentenfunktion fv linear ist (auf ℚ).
Jedoch ergibt sich für a=v: f(v·1) = f(v) ≠ v·m = v·f(1).)